Die Wahrheit über gebrauchte Kinderschuhe: Schnäppchen oder Risiko?
Kinderfüße wachsen so schnell, dass man manchmal kaum mit dem Kaufen hinterherkommt. Kaum sind die neuen Sneaker eingetragen, drückt schon wieder der große Zeh. Da liegt der Gedanke natürlich nahe: „Warum nicht die gut erhaltenen Schuhe von der großen Cousine nehmen oder auf dem Gebrauchtmarkt schauen?“
Gerade weil uns Nachhaltigkeit wichtig ist, finden wir den Gedanken super, Dingen ein zweites Leben zu schenken. Aber bei Kinderschuhen müssen wir leider sagen: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Warum ein gebrauchter Schuh für kleine Füße problematisch sein kann, erklären wir dir hier ganz sachlich.
Das „Fußbett-Gedächtnis“: Warum Schuhe nie neutral bleiben
Stell dir vor, du legst dich in eine Matratze, in der schon jemand jahrelang geschlafen hat und die eine tiefe Kuhle in der Mitte hat. Unbequem, oder? Und schlecht für den Rücken.
Ähnlich ist es bei Schuhen.
Hochwertige Kinderschuhe (wie wir sie lieben) bestehen oft aus Leder und flexiblen Materialien. Das ist toll, weil sie sich an den Fuß anpassen.
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Das Problem: Wenn Kind A den Schuh getragen hat, hat es sein individuelles Abrollverhalten und seine Fußform in den Schuh „geprägt“.
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Die Folge für Kind B: Zieht dein Kind diesen Schuh an, wird sein Fuß in die Form des Vorgängers gezwungen.
Hat der Vorgänger beispielsweise leicht nach innen geknickt, ist das Leder an dieser Stelle gedehnt und die Sohle schief abgelaufen. Dein Kind wird nun automatisch auch in diese Fehlhaltung gedrängt, obwohl seine Füße eigentlich gesund und gerade wären.
Der kritische Blick auf die Sohle
Auch wenn der Schuh von oben noch top aussieht („Nur dreimal zur Kirche getragen!“), verrät die Sohle die Wahrheit.
Dreh den Schuh um und schau dir die Ferse an. Ist sie an einer Seite stärker abgenutzt als an der anderen?
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Ja? Dann: Finger weg. Diese einseitige Abnutzung verändert die Statik des gesamten Körpers deines Kindes – bis hin zu den Knien und der Hüfte.
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Nein? Wenn die Sohle absolut plan ist, besteht Hoffnung.
Daantje-Tipp: Der Innensohlen-Check
Wenn du überlegst, einen gebrauchten Schuh zu nutzen, nimm unbedingt die Innensohle heraus. Siehst du dort deutliche dunkle Abdrücke der Zehen? Spürst du mit den Fingern Kuhlen?
Wenn ja, ist das Fußbett bereits geformt. Für die weichen, noch formbaren Knochen deines Kindes ist es gesünder, auf einem neutralen Untergrund zu starten. Tausche die Innensohle zumindest gegen eine neue aus, wenn der Rest des Schuhs tadellos ist.
Wann gebrauchte Schuhe okay sind
Wir wollen nicht dogmatisch sein. Es gibt Situationen, da ist „Second Hand“ völlig in Ordnung:
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Gummistiefel: Sie werden meist selten und nur kurz getragen. Da das Material sich kaum verformt, ist das Risiko gering (solange die Größe stimmt!).
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Fehlkäufe: Wenn der Schuh fast neu ist, weil er dem Vorbesitzer doch nicht gepasst hat und die Sohle keinerlei Abrieb zeigt.
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Festliche Schuhe: Lackschuhe für die Hochzeit, die nur einen Nachmittag am Fuß waren? Kein Problem.
Aber für den Alltagsschuh, in dem dein Kind stundenlang rennt, klettert und die Welt entdeckt, raten wir dringend zu einem neuen Paar.
Passform ist wie ein Fingerabdruck
Ein weiteres Problem beim „Erben“ von Schuhen: Jeder Fuß ist anders.
Nur weil der Schuh die richtige Länge (Größe) hat, heißt das nicht, dass er passt. Vielleicht hatte das Nachbarskind einen viel höheren Spann oder breitere Füße.
Ein bereits geweiteter Schuh gibt einem schmalen Fuß keinen Halt mehr. Ein Schuh, der für einen flachen Spann eingelaufen wurde, drückt bei einem hohen Spann.
Wir bei Daantje schauen deshalb bei jedem Schuhkauf individuell: Passt die Marke (Froddo, Naturino, etc.) wirklich zur Anatomie deines Kindes?
Unsicher? Bring sie mit!
Bevor du Schuhe wegwirfst oder unsicher bist, ob die geerbten Winterstiefel noch gehen: Komm einfach zu uns in die Westbahnstraße 1 in 1070 Wien.
Wir bieten dir an, einen Profi-Blick auf die gebrauchten Schuhe zu werfen. Wir sind ehrlich zu dir: Wenn sie noch gut sind, sagen wir das. Wenn sie ein Risiko für die Fußentwicklung darstellen, zeigen wir dir genau, warum. Und falls du doch Neue brauchst, finden wir sicher etwas Schönes – vielleicht kombiniert mit nachhaltiger skandinavischer Mode, die man übrigens wunderbar weitervererben kann (Kleidung passt sich nämlich nicht dem Körper an!).
Häufige Fragen (FAQs)
Können Geschwister Schuhe auftragen?
Wenn der Altersabstand sehr klein ist und das erste Kind die Schuhe kaum anhatte (weil die Füße zu schnell gewachsen sind), kann das gehen. Aber prüft immer Sohle und Innenbereich! Sobald deutliche Tragespuren da sind: Lieber neu kaufen.
Kann man ein altes Fußbett durch eine neue Einlegesohle retten?
Das hilft ein bisschen, löst aber nicht das Problem der Außensohle. Wenn der Schuh "schief gelaufen" ist (die Außensohle abgerieben ist), hilft auch die beste neue Einlegesohle innen nichts.
Sind Barfußschuhe gebraucht besser?
Da Barfußschuhe sehr dünne Sohlen haben und kein vorgeformtes Fußbett besitzen, verformen sie sich manchmal weniger stark statisch. ABER: Auch hier kann das Obermaterial (Leder/Stoff) verzogen sein. Auch hier gilt: Genau prüfen!
Fazit
Gebrauchte Kleidung? Immer gerne! Gebrauchte Schuhe? Nur mit ganz viel Vorsicht.
Die Füße deines Kindes sind das Fundament für das ganze Leben. Ein neuer, perfekt passender Schuh ist eine Investition in eine gesunde Haltung.
Komm vorbei, wir helfen dir beim Checken und Auswählen!
Dein Daantje-Team